
Fortsetzung:
In dieser Tradition der Marienverehrung in Stiepel steht unsere 1914/15 errichtete Wallfahrtskirche, denn die alte Stiepeler Dorfkirche ist seit der Reformation das Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Stiepel geworden. Unser Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter, das bis 1820 in der Dorfkirche stand, ist die historische Brücke zur ersterbauten Kirche in Stiepel.
Wir freuen uns über dieses „Stiepeler Millennium“, zu dem uns Kardinal Meisner ein besonderes Geschenk gemacht hat. In benediktinischer Tradition wird an diesem Tag der Erzbischof von Köln unserem Kloster eine kleine Reliquie des hl. Heribert übergeben, die auf der rechten Chorseite in die Wand eingefügt wird. Die Reliquie ex ossibus S. Heriberti wurde inzwischen von den Zisterzienserinnen von Marienfeld bei Wien in die neue Reliquienkapsel eingebettet, die unser Heiligenkreuzer Mitbruder Frater Raphael Statt, ein gebürtiger Berliner, zusammen mit dem Wiener Goldschmied Stephan Saghy hergestellt hat.
Aus diesem Anlass wird auch unser Herr Abt Gregor, der im Jubiläumsjahr bei uns im Auftrag unseres Bischofs Felix die Firmung am 4. April halten wird, an der Pontifikalmesse mit dem Erzbischof von Köln teilnehmen. Sie wird musikalisch vom Kirchenchor unserer Klosterpfarrei St. Marien und von Instrumentalisten unter der Leitung von Kantor Thomas Fischer gestaltet. Sie singen die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
In ökumenischer Verbundenheit mit der evangelischen Kirchengemeinde begehen wir dieses Jubiläumsjahr. Ein großartiger Auftakt war die ökumenische Bibelwoche im Januar 2008 während der Weltgebetsoktav um die Einheit der Christen.Am späten Nachmittag des 6. April 2008, um 17 Uhr lädt uns die evangelische Kirchengemeinde von Stiepel zum „Festlichen Gründungsgottesdienst in der Dorfkirche“ ein, an dem wir Mönche auch teilnehmen werden. Aus diesem Grund entfallen am 6. April die Vesper der Mönche und die Abendmesse in unserer St. MarienWallfahrtskirche.
(P. Prior Dr. Maximilian Heim)
Deutsche Übersetzung der lateinischen Stiftungsurkunde der Stiepeler Dorfkirche
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir, Heribert, durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Köln; Gruß und Gnade allen Christgläubigen zu erlangen (wünschen wir). Allen gläubigen Christen sei Kund, wie eine gewisse Gräfin Imma unsere Güte angerufen hat mit der Bitte, ihr die Erlaubnis zu geben, auf ihrem Hof Stiepel eine Kirche zu bauen. Da wir dieser Bitte nicht gerne entsprachen, wandte sie sich auch an den Kaiser Heinrich. Bei diesem richtete sie am meisten aus. Und da er mit der genannten Herrin bat, haben wir endlich die Erlaubnis gegeben. Die vorgenannte Gräfin selber aber, sehr erfreut über solche Erlaubniß, ehrte uns nicht nur mit Geschenken würdig der Freundlichkeit, sondern begabte uns auch in freiwilliger Schenkung mit 5 Höfen und 10 Kotten. Wir haben aber diese Güter und Kotten zur genannten Kirche zu Ehren der seligen Jungfrau Maria bestimmt und zurückgegeben. Auch haben wir der vorgenannten Gräfin selber zugestanden, in ihrer Kirche zu Stiepel das Recht zu haben, auch die Seelsorge daselbst ungeschmälert zu bestellen. Gegeben im Jahr nach der Fleischwerdung des Herrn 1008 am 6. April.
