Geschichte des Klosters Stiepel

Gräfin Imma

Im März des Jahres 1001 vergab Kaiser Otto III. den Hof Stiepel an den Grafen Liudger und seine Gemahlin, Gräfin Imma von Stiepel. Diese erhielt 1008 durch Vermittlung des Kaisers Heinrich II. die Erlaubnis, eine Kirche zu Ehren der Jungfrau Maria zu errichten. Seitdem entwickelte sich Stiepel zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort, der 1294 durch ein Dekret des Papstes Bonifaz VII. bestätigt wurde. In der Reformationszeit ging die Kirche für die Katholiken verloren. Als Sitz des Gnadenbildes der "Schmerzhaften Mutter von Stiepel" (15. Jahrh.) dient heute die Wallfahrtskirche St.Marien, die in den Jahren 1914/1915 im neugotischen Stil mit sternförmigem Grundriss erbaut, am 14.11.1915 geweiht und in die das alte Stiepeler Gnadenbild nach einer langen Odysee zu Fronleichnam 1920 feierlich übertragen wurde. Seitdem erfreut sich der Ort wieder eines regen Wallfahrtsbetriebes (4.10.1930 Erhebung zur Wallfahrtskirche). Am 1.1.1955 wurde die eigenständige Pfarrei St. Marien gegründet.

Auf langjähriges Betreiben des ersten Bischofs von Essen, Kardinal Franz Hengsbach (gestorben 24.6.1991), entstand hier eine Niederlassung des Zisterzienserordens der österreichischen Kongregation, nach 661 Jahren im Jahre 1988 die erste Neugründung des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien. Der Grundstein des Klosters wurde am 3.5.1989 von Kardinal Hengsbach gelegt und das neue Kloster wurde am 11.10.1990 durch Abtpräses Gerhard Hradil OCist/Heiligenkreuz feierlich eingeweiht.



Grundriss

Am 11.2.1999 wurde P. Gregor Henckel-Donnersmarck zum neuen Abt des Stiepeler Mutterklosters Heiligenkreuz gewählt. Der Stiepeler Gründermönch und Novizenmeister von Heiligenkreuz P. Maximilian Heim wurde am 4.3.1999 zum neuen Prior vom Heiligenkreuz bestellt. Am 4. August 1999 kleidete Abt Gregor den ersten Novizen in Stiepel ein. Seit diesem Zeitpunkt besitzt Stiepel ein eigenes Noviziat. In Stiepel wurden die ersten ewigen Professen (auf das Mutterkloster Heiligenkreuz) am 13.8.2000 abgelegt. In einem Waldstück ist ein begehbarer Kreuzweg integriert, der nach einer Umgestaltung am 16.9.2001 eingeweiht wurde. Nach einer mutwilligen Zerstörung wurde er wiederum neugestaltet und am 1.5.2006 eingeweiht.

P. Beda am Freialtar

Der Gründerprior P. Beda Zilch musste am 30.9.2001 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Leiter des Klosters abgeben. Er hatte - so Abt Gregor Henckel-Donnersmarck - "Kirchengeschichte gemacht, indem er als die tragende Persönlichkeit die Gründung des Kloster Stiepel durch 13 Jahre entscheidend mitgestaltet hat". P. Prior Beda hatte in diesen Jahren mit unglaublicher Initiative und extremem Arbeitseinsatz durch das neu entstandene Kloster für unzählige Menschen und die Kirche Großartiges vollbracht.


Vom 1.10.2001 bis 30.9.2004 war Gründermönch P. Christian Feurstein, vormals Subprior, Prior in Stiepel.
Zum 1.10.2004 wurde P. Dr. Maximilian Heim zum neuen Prior des Klosters ernannt. Er wirkte von 1988 bis 1996 als Gründermönch in Stiepel. Ab 1996 war er Novizenmeister in Heiligenkreuz und ab 1999 Prior dieser Abtei. Der bisherige Prior von Stiepel, P. Christian, wurde zum 1.10.2004 zum neuen Novizenmeister und Prior von Heiligenkreuz bestellt.

Klausurtor in Heiligenkreuz
Historische Aufnahme: Grundsteinlegung des Klosters Stiepel am 3. Mai 1989. Franz Kard. Hengsbach (Mitte), Abt Gerhard (rechts) mit P. Beda (rechter Rand); P. Christian (links)

Anlässlich des Festjahres 1998 erschien eine Schrift mit dem Titel: "Ein Kloster für das Ruhrgebiet. 900 Jahre Zisterzienser, 10 Jahre Kloster Stiepel".




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